Gerinnungs­sprechstunde

Sprechstunde für Patientinnen und Patienten mit Gerinnungs­störungen

Störungen des Gerinnungs­systems können einerseits zu einer verminderten Blutstillung (Blutungsneigung) und andererseits zu einer überschießenden Gerinnung (Thromboseneigung) führen. Im MVZ Labor Schweinfurt werden eine umfassende Diagnostik und Beratung sowie moderne Therapiekonzepte für die verschiedenen Gerinnungsstörungen angeboten.

Warum sollten Gerinnungs­störungen in einem spezialisierten Zentrum abgeklärt werden?

Die Vorgehensweise zur Diagnostik von Blutgerinnungsstörungen zeichnet sich durch einige Besonderheiten aus. Schon bei der Blutentnahme können die Thrombozyten oder die plasmatische Gerinnung aktiviert werden. Wird Blut entnommen und verschickt, ohne die speziellen präanalytischen Fallstricke zu beachten, können Werte durch eine lange Transportzeit verfälscht werden. Unsere Mitarbeiter entnehmen Blut auf sehr schonende Art und Weise. Sie sind mit den Labormethoden vertraut und wissen um deren Stör- und Einflussgrößen. In unmittelbarer Nähe befindet sich das bearbeitende Gerinnungslabor. Binnen weniger Minuten nach der Entnahme wird das Blut dort weiterverarbeitet. Wir bilden uns zudem kontinuierlich fort und nehmen regelmäßig an Kongressen und Sitzungen von Fachkommissionen teil. Neueste Erkenntnisse zur Diagnostik und Therapie fließen so unmittelbar in die Behandlung des Patienten ein und können Ihnen in einem umfassenden Befundbericht zur Verfügung gestellt werden.

Wo sollte die Probenentnahme durchgeführt werden?

In der Arztpraxis oder in unserer Gerinnungssprechstunde?

  • Ein Transport von Proben zur Thrombophiliediagnostik ist möglich, falls eine kurze Transportzeit gewährleistet werden kann (< 2 Stunden). 
  • Ist das nicht möglich oder wünschen Sie eine umfassende Beratung, dann sollten sich Ihre Patienten bei uns zur Erhebung einer Anamnese und Beurteilung der Vorbefunde vorstellen. Es wird dann ein Befundbrief mit Therapieempfehlungen und Hinweisen zum perioperativen Management erstellt. 
  • Die ambulante Abklärung einer Thromboseneigung sollte idealerweise frühestens 8 Wochen nach dem Ereignis erfolgen. Eine Abklärung unter oraler Antikoagulation ist in vielen Fällen sinnvoll, da erst nach Vorliegen der Ergebnisse über ein evtl. Absetzen der Medikation entschieden werden sollte. Eine Bestimmung von Protein C und S ist unter Coumarinen allerdings nicht sinnvoll.
  • Soll eine Thrombophiliediagnostik unter der Therapie mit neuen oralen Antikoagulanzien erfolgen (Dabigatran, Rivaroxaban, Apixaban etc.), darf möglichst 24 h zuvor keine Medikamenteneinnahme stattfinden.
  • Generell sollten Patienten mit Blutungsneigungen in unserer Praxis vorgestellt werden, da die Präanalytik der Thrombozytenfunktions-Diagnostik keine langen Transportzeiten zulässt.



Was benötigen wir für unsere Diagnostik?

Wir benötigen für unsere Untersuchungen einen Facharzt-Laborüberweisungsschein (Muster 10). Für die Thrombophilie- und Hämophiliediagnostik kann die Ausnahmekennziffer 32011 verwendet werden, so dass diese Diagnostik für Sie budgetneutral durchgeführt werden kann.

Vorbefunde: Bitte stellen Sie uns Vorbefunde zu vorausgegangenen thromboembolischen oder hämorrhagischen Ereignissen, zu Ergebnissen bildgebender Diagnostik und bereits durchgeführter Gerinnungsanalytik zur Verfügung.

Anmeldung und Probenversand

Eine Terminabsprache für unsere Gerinnungssprechstunde kann unter der Telefonnummer 09721 53332-12 erfolgen. Im Rahmen dieses Anmeldegesprächs kann dann auch entschieden werden, ob eine persönliche Vorstellung bei einem unserer Hämostaseologen nötig ist, oder ob zunächst lediglich eine Blutentnahme durchgeführt werden sollte. Für den Probenversand sind die maximalen Transportzeiten und evtl. benötigte Spezial-Probenröhrchen zu beachten. Informationen hierzu erhalten Sie ebenfalls unter o. g. Telefonnummer.